AG 10: Step by Step: Von der Schule in den Beruf
Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell. Trotzdem wird gut ein Viertel der Ausbildungsverträge frühzeitig gelöst. Vielerorts fehlen geeignete Bewerber/innen oder die Ausbildungsstellen passen nicht zur Lebenswelt der jungen Menschen. Die Berufsorientierung als fester Bestandteil in allen Schulformen trägt zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf bei. Der Beitrag der Schulen am Übergang in Kooperation mit regionalen und Wirtschaftspartnern hat immer mehr an Bedeutung zugenommen. Wie können die Schritte von der Schule in den Beruf gemeinsam nachhaltig gestaltet werden? Was macht eine Schule stark und vorbildlich in der Berufsorientierung? Wie finden Betriebe und junge Menschen zusammen?
Moderation: Sylvia Lietz (isw)
Donnerstag, 21. Juni 2018
IHK Magdeburg
Referent/innen:
Heike Schittko, Vorsitzende Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Halberstadt Stefanie Oelmann, Leiterin der RÜMSA-Koordinierungsstelle Harz
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Dr. Dag Danzglock, Referatsleiter Betriebliche und überbetriebliche Berufsbildung, Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen, Landesausschuss für Berufsbildung, Europäische Strukturfonds im Niedersächsischen Kultusministerium
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Jutta Morr, Leiterin der RÜMSA-Koordinierungsstelle Altmarkkreis Salzwedel
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Ergebnisse AG 10: Step by Step: Von der Schule in den Beruf
Kernaussagen
Grundsätzlich waren sich die Teilnehmenden darüber einig, dass Synergien aus den vorhandenen Maßnahmen und Angeboten am Übergang Schule-Beruf genutzt und gefördert werden müssen, um tragfähige Bildungsketten zu gestalten. Damit verbunden ist ein ständiger Austausch zwischen den relevanten Akteur*innen.
Fördernde Faktoren
| - Gremienarbeit in thematischen Fachgruppen mit Expert*innen (z.B. Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK), Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT) | |
| - Einbindung verschiedener Zielgruppen bei der Planung von Berufsorientierungsangeboten (z. B. Schüler*innen, Schulen, Unternehmen, Innungen, Kammern) | |
| - Zentrale Bündelung und Abstimmung der bestehenden Berufsorientierungsleistungen am Übergang Schule-Beruf | |
| - Qualitätsentwicklung von Praktika in Unternehmen (z. B. Praktikumssiegel) | |
| - Nutzung von Ergebnissen und Erkenntnissen aus Projekten und Verstetigung | |
| - Abstimmung mit den Schulen zur Umsetzung der Berufserkundung operationalisieren |
Hemmende Faktoren
| - Fehlende Mobilität im ländlichen Raum | |
| - Teilweise fehlende Berufswahlreife | |
| - Zu wenig Kenntnisse bei jungen Menschen über die beruflichen Möglichkeiten vor Ort | |
| - Wenig Spielräume der Schulen, zusätzliche berufsorientierende Angebote zu nutzen, die in der Schuljahresplanung keine Berücksichtigung gefunden haben | |
| - Schwierigkeiten bei der Akquisition von Firmen zur Teilnahme an Projekten der Berufsorientierung | |
| - Eingeschränkte Vermittlung von Kenntnissen zu Berufsbildern in ausgewählten Branchen aufgrund der Betriebszeiten, bspw. im Hotel- und Gaststättengewerbe | |
| - Fehlende personelle Ressourcen der Unternehmen, eigene Berufsorientierungsangebote zu entwickeln und um zu setzen. |
Fazit
Die systematische Vernetzung aller handelnden Akteur*innen am Übergang Schule-Beruf fördert die Schaffung der Transparenz über die berufsorientierenden Angebote. Dazu gehören zum einen die Verzahnung von Projekten in den Landkreisen und kreisfreien Städten und zum anderen die Darstellung des Mehrwerts, der sich für alle Beteiligten ergibt. Dadurch ist es möglich, Bildungsketten am Übergang zu entwickeln, die regionale Gegebenheiten berücksichtigen. Auf eine bessere Nutzung des Berufswahlpasses als wichtiges Begleit- und Dokumentationsinstrument sollte aus Sicht der Teilnehmenden geachtet werden. Des Weiteren ermöglicht die Vernetzung der Akteure am Übergang Schule-Beruf, die bereits verfügbare Angebotspalette zur Berufsorientierung gewinnbringender bei Projekt(neu)planungen zu berücksichtigen. Resümierend ist festzustellen, dass eine Stärkung der Berufsorientierung an allen Schulformen erforderlich ist.






