Beispiele aus der Praxis

Frau Zimmermann, welche Besonderheiten zeichnet Ihren Ausbildungsverbund aus?

Mit dem Verbund haben die Betriebe die Möglichkeit, ihre "Ressourcen" zu bündeln und die Ausbildung junger Menschen über verschiedene Module partnerschaftlich durchzuführen. Davon profitieren Alle! Insbesondere Unternehmen, die aus verschiedenen Gründen nicht ausbilden oder gern mehr ausbilden würden, können so eine qualitativ hochwertige und attraktive Ausbildung bieten.

Aktuell bilden wir in den Bereichen Zerspanungsmechanik, Konstruktionsmechanik, Industriemechanik und Mechatronik aus. Hierzu bieten wir eine ganz individuelle theoretische und praktische Ausbildung mit IHK-Abschluss an. Der Hintergrund unserer Auszubildenden ist vielfältig, verschiedene Nationalitäten, Menschen ohne und mit Behinderung, sozial Benachteiligte. Wir haben die Möglichkeit, diese ganz individuell zu begleiten und gezielt auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Wenn unsere Jugendlichen zum Beispiel Probleme haben die Anforderungen der Berufsschule zu erfüllen, bieten wir gezielt Nachhilfeunterricht in Kleingruppen an, bis der Stoff sitzt! Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen den Auszubildenden, Betrieb, Eltern und Schule und kümmern uns bei eventuell auftretenden Problemen. Viel Wert legen wir auf eine fundierte Ausbildung. Grundlage hierfür ist, dass unsere Teilnehmenden die Chance haben, alle wichtigen Unternehmensbereiche kennenzulernen. Die Eindrücke und Erfahrungen werden gemeinsam in vertraulichen Gesprächen ausgewertet und helfen den Jugendlichen ihren Horizont der beruflichen Möglichkeiten zu erweitern. Für diese enge, sehr persönliche Begleitung fehlt den Betrieben oft die Zeit, das können wir anders gestalten. Das ist eine qualitative höhere Ausbildung gewährleistet In einem Verbund ist das einfach besser möglich.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen?

Wir haben unseren Ausbildungsverbund erst im September letzten Jahres eröffnet. Ohne die hervorragende Unterstützung vom Burgenlandkreis durch die Koordinierungsstelle "RÜMSA" und die Landesverwaltung Sachsen-Anhalt wären wir noch nicht da, wo wir jetzt sind. Mittlerweile haben wir Kontakte zum Mitteldeutschen Unternehmenswerk Metall-Elektro-Kunststoff e.V. , zur Fortbildungsakademie der Wirtschaft und vielen weiteren interessierten Betrieben geknüpft. Für unsere Kooperationspartner*innen nehmen wir uns viel Zeit, bei uns wird Kooperation gelebt und steht nicht nur auf dem Papier. Dazu müssen wir Vertrauen schaffen und durch Qualität überzeugen. Das muss wachsen und erfordert einige Zeit.

Welches langfristiges Ziel verfolgen Sie und warum?

Wir wollen Ausbildungsabbrüche verhindern. Junge Menschen sollen bei uns ihre Ausbildung beenden und anschließend als gute Fachkräfte in unserer Region oder auch überregional tätig sein. An dieser Stelle wollen wir nicht stehen bleiben. Der Ausbildungsverbund soll sich als feste Größe in der Region etablieren. Wir möchten die Ausbildungsbereitschaft und Ausbildungskompetenzen kleinerer und mittlerer Betriebe erhöhen und Jugendlichen eine gute Berufsperspektive geben.

Wir danken Frau Zimmermann für das Gespräch.

Weiterführende Informationen finden Sie hier

Kontaktdaten

Marion Zimmermann

Verbundkoordination - Ausbildungsverbund Metall

Gehring Naumburg GmbH & Co. KG

C.-W.-Gehring-Straße

506618 Naumburg

Telefon: +49 3445 763-197

E-Mail:   marion.zimmermann(at)gehring.de

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